BBA Sommerbier: Kollege Maschine - San mia nu mia?
24. Juni 2025
„Kollege Maschine – San mia nu mia?“ – Das war das Thema der hochkarätig besetzten Vortrags- und Diskussionsveranstaltung beim 4. Sommerbier der Best Business Association (BBA). Vertreter aus Industrie und Wissenschaft diskutierten über die über die Auswirkungen neuer Technologien auf Produktion, Verwaltung und Kundenkontakt.
Um die Akzeptanz von Robotern als Arbeitskollegen zu fördern, sind praxisnahe Einführungen entscheidend. Mitarbeitende sollten die Gelegenheit erhalten, Roboter und KI-Anwendungen in einem sicheren Rahmen kennenzulernen und auszuprobieren. Eine spielerische Herangehensweise und die Möglichkeit, Fehler gefahrlos zu machen, tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen und Vertrauen aufzubauen. Eine offene Lernkultur helfe dabei, die neuen technischen Möglichkeiten Chance zu begreifen und die Fähigkeiten der Mit-arbeitenden weiterzuentwickeln.
Darin waren sich die Teilnehmer einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion beim 4. BBA Sommerbier im Futuredome der Fill Gesellschaft mbH in Gurten / Oberösterreich einig Die Keynote hielt Prof. Dr. Jan H. Schumann, Lehrstuhl für Marketing und Innovation sowie Vizepräsident für Forschung der Universität Passau. Im Anschluss diskutierte er gemeinsam mit Thomas Fürkötter, CTO der Wintersteiger Group, Prof. Dr. Alexander Martin, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, und Maximilian Pöttinger, Geschäftsführung der Pöttinger Entsorgungstechnik GmbH, unter der Moderation der Finanzjournalistin Brigitte Wallstabe, wie Mensch-Technik-Interaktion für die Arbeitswelt von morgen gestaltet sein muss für eine möglichst reibungslose Zusammenarbeit.
Die Diskussionsteilnehmer betonten, dass es darum gehe, die Menschen von monotonen und körperlich belastenden Aufgaben zu entlasten. Dadurch können sich Mitarbeitende auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren – auf das, was gerade auch im Kundenkontakt oftmals das Entscheidende sei: Das Gespräch und der Austausch von Mensch zu Mensch. Maschinen seien dem Menschen in klar definierten Aufgabenfeldern, etwa bei der Analyse großer Datenmengen oder bei wiederkehrenden Tätigkeiten, überlegen. Menschen bleiben jedoch unersetzlich, wenn es um Kreativität, soziale Interaktion und komplexe Problemlösung geht.
Trotz aller Automatisierung bleibt der persönliche Kundenkontakt ein entscheidender Faktor. Gerade in komplexen oder individuellen Situationen erwarten Kunden menschliche Ansprechpartner. Digitale Systeme können Serviceprozesse unterstützen, sie aber nicht vollständig ersetzen.
Die Diskussionsteilnehmer zeichneten ein Zukunftsbild, in dem Mensch und Maschine partnerschaftlich zusammenarbeiten. Maschinen bereiten Informationen auf, Menschen treffen die Entscheidungen. Unternehmen, die diese Balance erreichen, sichern sich im globalen Wettbewerb eine starke Position.
In Bildung und Weiterbildung sehen die Experten großen Nachholbedarf. Zukünftig werden Datenkompetenz, Kreativität und kritisches Denken wichtiger als reines Faktenwissen. Dies müsse bereits in der schulischen und beruflichen Ausbildung berücksichtigt werden.
Die Diskussionsteilnehmer betonten, dass der technologische Wandel in der Produktion weit fortgeschritten sei. Der größte Umbruch stehe nun im administrativen Bereich bevor. Dort können Prozesse durch KI-basierte Lösungen effizienter gestaltet und Kostenpotenziale gehoben werden. Künstliche Intelligenz sollte als Unterstützung und nicht als Konkurrenz verstanden werden. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden zeigen, wie KI-Tools den Arbeitsalltag erleichtern, schafften Vertrauen und Offenheit für neue Technologien.
Technologien wie Sensorik und intelligente Systeme seien bereits vielfach vorhanden. Entscheidend sei nun, die generierten Daten sinnvoll auszuwerten. Unternehmen sind heute in der Lage, große Datenmengen schnell und kostengünstig zu erfassen und auszuwerten. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten, Prozesse zu optimieren und Entscheidungen zu verbessern.
Die Diskussion verdeutlichte, dass europäische Unternehmen über hohe technologische Kompetenz, besonders in der Sensorik und in Smart Factory-Anwendungen, verfügen. Auch ethische und rechtliche Standards werden hier besonders beachtet. Kritisch wurde jedoch das langsame Umsetzungstempo gesehen. Häufig fehle es aber an Mut, neue Technologien iterativ zu testen und schrittweise einzuführen. Die Gefahr, gegenüber den USA oder China ins Hintertreffen zu geraten, sei real, wenn Europa nicht schneller handelt.
Zum Ausklang des Abends genossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Leberkas, Kas, Brezn und Bier die Gelegenheit zum Networking – und zur Kür ihres Lieblingsbieres. Zur Auswahl beim Publikums-Voting standen verschiedene Biere aus der Europaregion Donau-Moldau. Der Sieger des Best Bier Award = Real BBA wird beim BBA Sommerbier 2026 im Futuredome der Firma Fill ausgezeichnet.






