Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Best Business Association im Granitzentrum Hauzenberg
10. Juli 2025
Mit einer hochkarätig besetzten Jubiläumsveranstaltung feierte die Best Business Association e.V. (BBA) Hauzenberg ihr 25-jähriges Bestehen. Seit 25 Jahren steht die Best Business Association (BBA) für erfolgreiche Vernetzung, branchenübergreifenden Austausch und nachhaltige zukunftsweisende Wirtschaftsförderung über drei Ländergrenzen hinweg. Rund 150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen in den Granitwelten Hauzenberg zusammen, um Bilanz zu ziehen – und den Blick nach vorne zu richten. Im Mittelpunkt standen eine pointierte Keynote des renommierten Ökonoms Univ.-Prof. MMag. Gabriel Felbermayr, PhD (Direktor Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) zur aktuellen wirtschaftlichen Situation in der Dreiländerregion und eine tiefgründige Podiumsdiskussion.
In seiner Keynote analysierte Felbermayr die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland, Österreich und Tschechien. Dabei machte er deutlich: Zwar habe sich die wirtschaftliche Stimmung leicht aufgehellt, doch die Gesamtlage bleibe angespannt. Immerhin zeigten Unternehmensbefragungen eine vorsichtige Erholung der Erwartungen. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibe die politische Lage in den USA. Felbermayr verwies auf die unberechenbare Handelspolitik unter Trump. Zwar würden viele der von Trump angekündigten Zölle nicht oder nicht in der Form in Kraft treten, doch genau diese Unberechenbarkeit schade der Investitionsbereitschaft. „Hohe Unsicherheit lähmt wirtschaftliches Handeln“, konstatierte Felbermayr. Gleichzeitig betonte er die Chancen, die sich für flexible, smarte und vernetzte Unternehmen ergeben – auch in der aktuellen Lage.
Felbermayr war auch in der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Wie sichern wir unseren Wohlstand?“ mit von der Partie. Unter der Moderation von Finanzjournalistin Brigitte Wallstabe-Watermann diskutierte er mit Gerald Klinger (Marktbereichsleiter der Region "OÖ West & Bayern" der Sparkasse Oberösterreich), Angelique Renkhoff-Mücke (CEO WAREMA Group, Präsidentin des Instituts der deutschen Wirtschaft), Doz. Dr. Dipl.-Ing. Dagmar Škodová Parmová (Oberbürgermeisterin der Stadt České Budějovice) und Prof. Zdeněk Tůma (Generaldirektor der tschechischen Nationalbank a.D.). Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Der Wohlstand von morgen wird nur gesichert, wenn die Gesellschaften mutige Reformen zulassen – bei Arbeit, Energie, Altersvorsorge, Steuern und Bildung. „Schwierige Themen haben selten einfache Lösungen. Aber ohne gesellschaftlichen Konsens für Reformen wird es nicht gelingen“, so Felbermayr.
Die Diskussionsteilnehmer betonten, dass es darum gehe, die Menschen von monotonen und körperlich belastenden Aufgaben zu entlasten. Dadurch können sich Mitarbeitende auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren – auFelbermayr war auch in der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Wie sichern wir unseren Wohlstand?“ mit von der Partie. Unter der Moderation von Finanzjournalistin Brigitte Wallstabe-Watermann diskutierte er mit Gerald Klinger (Marktbereichsleiter der Region "OÖ West & Bayern" der Sparkasse Oberösterreich), Angelique Renkhoff-Mücke (CEO WAREMA Group, Präsidentin des Instituts der deutschen Wirtschaft), Doz. Dr. Dipl.-Ing. Dagmar Škodová Parmová (Oberbürgermeisterin der Stadt České Budějovice) und Prof. Zdeněk Tůma (Generaldirektor der tschechischen Nationalbank a.D.). Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Der Wohlstand von morgen wird nur gesichert, wenn die Gesellschaften mutige Reformen zulassen – bei Arbeit, Energie, Altersvorsorge, Steuern und Bildung. „Schwierige Themen haben selten einfache Lösungen. Aber ohne gesellschaftlichen Konsens für Reformen wird es nicht gelingen“, so Felbermayr.
Einigkeit unter den Diskussionsteilnehmern herrschte bei den zentralen aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen: „Ohne Produktivitätssteigerung können wir auch unseren Wohlstand nicht steigern“, sagte Renkhoff-Mücke. Nur zu fordern, es müsse mehr gearbeitet werden, sei aber zu kurz gegriffen. „„Es reicht nicht, nur mehr zu arbeiten – wir brauchen produktivere Arbeit, bessere Sozialsysteme und ein neues Verständnis für den Generationenvertrag.“ Dafür sei ein ganzes Maßnahmenbündel nötig. Sie verwies auf den Zusammenhang zwischen dem demografischen Wandel, den Sozialsystemen und der Notwendigkeit, bei steigender Lebenserwartung auch die Lebensarbeitszeit zu verlängern. In allen drei Ländern stellt der Fachkräftemangel ein großes Problem da. Zu den Rahmenbedingungen, die verbessert werden müssten, zählten laut Gerald Klinger aber auch bessere Bedingungen bei der Kinderbetreuung, um vermehrte Anreize für die Vollzeitarbeit zu setzen.
Dagmar Škodová Parmová und Prof. Zdeněk Tůma aus Tschechien warben für mehr internationale Zusammenarbeit in der Region Donau-Moldau. Die Corona-Pandemie, die Energiekrise und der Ukrainekrieg hätten gezeigt, wie wertvoll grenzüberschreitende Solidarität und Zusammenarbeit sei. Zentral sei auch der Ausbau der grenzüberschreitenden Infrastruktur von Fernstraßen und Schienennetz. Ein zentrales Thema und Investitionshemmnis sei auch der seit vielen Jahren geforderte, aber nie wirklich umgesetzte Bürokratieabbau, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig.
Felbermayr legte dar, welche Rahmenbedingungen für mehr Investitionen geschaffen werden müssten: Dazu zählten eine Entlastung bei den Energiepreisen und den Lohnnebenkosten. „Mehr investieren heißt automatisch: weniger für den Konsum. Diese Debatte führen wir in unseren Gesellschaften nicht ehrlich genug.“ Drängende strukturelle Reformen seien unerlässlich: Dazu zählten ein Umbau des Steuersystems, eine Reform des Renteneintrittsalters (gesetzlich wie faktisch) sowie der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien und Netze. „Wenn wir nicht in der Lage sind, diese dicken Bretter zu bohren, dann haben wir fertig“, so Felbermayr. Alle Teilnehmer betonten die Notwendigkeit eines mutigen, langfristig gedachten Politikwechsels, um Wohlstand künftig zu sichern – angesichts der Stimmungsmache populistischer Parteien kein einfaches Unterfangen.






