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Univ.-Prof. Dr. Sepp Hochreiter - Vom Bauernhof in die Welt der Bits und Bytes

20. September 2022

Wie kommt es, dass ein Kind aus einem kleinen Bauernhof einen wissenschaftlichen Weg einschlägt und heute als Koryphäe für Künstliche Intelligenz gilt? Beim 51. BBA im Gespräch der Best Business Association (BBA) erzählte Prof. Dr. Sepp Hochreiter, Leiter des Institute for Machine Learning an der Johannes Kepler Universität Linz, kurzweilig seinen interessanten Lebensweg. Rückblickend stellte er fest, wie wichtig die Entdeckung des Schachspiels für ihn als Jugendlicher war. Beim und durch das Schachspiel lernte er logisches Denken, förderte er seine Konzentration und er erlangte die Fähigkeit, Geräusche aus der Umgebung auszuschalten und sich auf eine Sache über mehrere Stunden zu fokussieren. Darüber hinaus lernte er über das Schachspiel neue Leute kennen – er der Realschüler kam mit Gymnasiasten zusammen. Über die neuen Freunde entdeckte er seine Begeisterung für Mathematik und Physik. Sowohl beim Schachspiel als auch in der Schule war seine Arbeit immer mit Erfolg gekrönt und das motivierte ihn über den zweiten Bildungsweg an der Universität Informatik zu studieren. Selbst an der Universität fühlte er sich zu wenig gefordert. Er wollte bereits sein Studium „schmeißen“, als er durch ein Praktikum mit neuronalen Netzwerken konfrontiert wurde. „Das war cool. Da konnte ich etwas entwickeln und erforschen.“, so der Referent. Dieses Praktikum führte ihn zu seiner Diplomarbeit bei Prof. Dr. Schmidhuber, dem „Vater der modernen KI“. In seiner Arbeit unter dem Titel „Untersuchungen zu dynamischen neuronalen Netzen“ entwickelte er bereits die Idee eines Long Short-Term Memory (LSTM), einer Art „langes Kurzzeitgedächtnis“, das inzwischen in jedem Handy verwendet wird. Nach der Promotion und Tätigkeiten an mehreren Universitäten wurde er 2006 als Professor für Bioinformatik an die Johannes-Kepler-Universität nach Linz berufen und leitet derzeit das Institut für Machine Learning.

In der anschließenden Diskussion betonten die Teilnehmenden wie wertvoll unser durchlässiges Bildungssystem ist und forderten bereits in den Kindertagesstätten und Grundschulen Kinder an logisches Denken heranzuführen. „Man muss das Herz zum Brennen bringen.“, plädiert Prof. Hochreiter um Jugendliche für die Fächer Mathematik, Physik und Informatik zu begeistern.


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