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BBA Round Table

BBA Sommerbier am 25.06.2026, 17.30 Uhr in Gurten OÖ - Ist Ihr Unternehmen wirklich sicher?

25. Juni 2026

„Verteidigung beginnt im Kopf“

Cyberangriffe, Sabotage, Spionage oder Desinformation – Wie sich Unternehmen im Geschäftsalltag am besten auf hybride Bedro-hungen einstellen, stand im Mittelpunkt der hochkarätig besetzen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung beim 5. BBA Sommerbier.

Weg vom Krisenmodus, hin zu einer systematischen Vorbereitung: Unternehmen sind gut beraten, potenzielle hybride Bedrohungen durch Cyberkriminelle oder ausländische Mächte ernst zu nehmen und das Thema zur Chefsache zu machen. Dies war eine der zentralen Botschaften des 5. BBA Sommerbiers, das am Donnerstag, 25. Juni 2026 um 17.30 Uhr im Futuredome der Fill Gesellschaft mbH in Gurten / Oberösterreich stattfand.

„Handlungsfähig, frei und souverän“ – hochkarätige Keynote

Den sicherheitspolitischen Rahmen steckte die Keynote zum Thema „Verteidigung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ von Brigadegeneral Thomas Hambach, Kommandeur des Landeskommandos Bayern, ab. Er verdeutlichte, dass angesichts der veränderten geopoli-tischen Lage Frieden und Sicherheit in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr seien: „Deutschland ist kein Safe Space mehr.“ Hybride Angriffe seien längst Realität. Gegner testeten gezielt Schwachstellen, griffen kritische Infrastrukturen an und versuchten, durch gezielte Desinformation das Vertrauen und den Zusammenhalt in Staat und Gesellschaft zu untergraben, EU und NATO zu schwächen.

Der viel diskutierte Begriff der „Kriegstüchtigkeit“ dürfe allerdings nicht als Aufruf zur Militarisierung verstanden werden. Vielmehr gehe es darum, „handlungsfähig, frei und souverän zu bleiben.“ Gleichzeitig betonte Hambach, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Sicherheitsakteuren geworden ist. „Wir müssen schnell handeln, wir müssen zusammenarbeiten, wir müssen zusammenstehen“, lautete sein Appell. Entscheidend sei das gute Zusammenspiel. „Verteidigung beginnt im Kopf.“

Vor diesem Hintergrund komme der Wirtschaft als Teil der Sicher-heitsarchitektur eine Schlüsselrolle zu. Wer glaube, das eigene Un-ternehmen sei von Cyberangriffen oder Krisen nicht betroffen, unterschätze die Risiken erheblich. Deshalb empfahl der General, systematisch Vorsorge zu treffen: Krisenszenarien zu entwickeln, Entscheidungswege festzulegen, Mitarbeitende einzubeziehen und Schwachstellen konsequent zu analysieren. Seine Botschaft: „Resilienz ist planbar.“ Unternehmen sollten außerdem Redundanzen schaffen, Lagerhaltung neu bewerten und ihre Lieferfähigkeit auch unter schwierigen Bedingungen sichern.

Zum Abschluss weitete der General den Blick auf die Gesellschaft: Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit seien keine Selbstver-ständlichkeit. „Demokratie ist kein Zuschauersport, sondern lebt vom Mitmachen.“ Resilienz beginne deshalb im alltäglichen Engagement für Gesellschaft und Gemeinwesen.

„Demokratie ist kein Zuschauersport“

Im Anschluss diskutierte Hambach das Thema mit Georg Beham (Geschäftsführer, Cybersecurity & Privacy Leader PwC Österreich), Prof. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Katzenbeisser (Lehrstuhl für Technische Informatik, Universität Passau), Franz Obermayer (Vorstand Complimant AG - member of FOXGroup) und Johann Weber (Aufsichts-rat Zollner Elektronik AG) unter der Moderation von Antje Stroebe.

Unternehmenslenker sollten nicht nur Cyberangriffe, sondern auch den Ausfall von Stromversorgung, Kommunikationswegen oder wichtigen Lieferanten in ihre Notfallplanung einbeziehen, war man sich einig. Zudem sei zu prüfen, wie abhängig das Unternehmen von einzelnen Kunden oder Märkten ist. Mehrere Experten warnten davor, sich allein auf technische Schutzmaßnahmen zu verlassen. Entscheidend sei, den Ernstfall regelmäßig zu üben. Notfallpläne müssten auch dann verfügbar sein, wenn sämtliche Computersysteme ausfallen – beispielsweise in Papierform. Ebenso wichtig seien aktuelle Kontaktlisten außerhalb der IT, klare Kommunikationsabläufe sowie vorbereitete Prozesse für die Lohnzahlung oder die Information von Kunden und Behörden. Ein Cyberangriff sei längst nicht mehr nur ein IT-Problem, sondern schnell auch eine Personal- und Vertrauenskrise.

Als aktuelles Risiko nannten die Experten den rasanten Fortschritt der Künstlichen Intelligenz. KI ermögliche inzwischen täuschend echte Stimmen und Anrufe von vermeintlichen Geschäftsführern. Dadurch steige die Gefahr von Betrugsversuchen erheblich. Deshalb sollten Unternehmen Zahlungsfreigaben grundsätzlich über fest definierte Rückruf- oder Vier-Augen-Prozesse absichern.

Zum Ausklang der Veranstaltung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Leberkäs, Kas, Brezn und Bier die Gelegenheit zum Networking – und zur Kür ihres Lieblingsbieres. Das Siegerbier wird am 22. Oktober 2026 auf der BBA Preisgala bekannt gegeben.


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